Imagegewinn – was ist das?

Unter dem Titel “Ein Imagegewinn für die Stadt Bern” fasst die NZZ am 17. Oktober den Schlussbericht der Stadtberner Exekutive zur Euro08 zusammen. Im Artikel kommen Sätze vor wie “Aus ökonomischer Sicht ist man überzeugt, der Imagegewinn durch die erfolgreiche Ausrichtung der Euro werde sich kurz- und mittelfristig positiv auswirken.” Dass das Unfug ist, weiss die NZZ, denn sie hat es selber geschrieben. Bereits im Januar dieses Jahres erschien im Wirtschaftsteil ein Text mit der Überschrift “Keine nachhaltigen Standorteffekte der Euro 08″. Darin ist zu lesen, “dass die Euro 08 in der Schweiz und in Österreich kaum nachhaltige, messbare Auswirkungen auf volkswirtschaftliche Kenngrössen wie Wirtschaftswachstum, Beschäftigung oder Direktinvestitionen haben wird.”

Das alles ist im Grunde längst bekannt. Es gibt keine Studie, die die ökonomischen Auswirkungen von Fussball-Grossturnieren auf die Austragungsländer ernsthaft und umfassend geprüft hätte, und erst recht keine, die dabei zu positiven Resultaten gekommen wäre. Die ewige Leier vom Imagegewinn ist deshalb nichts anderes als ein peinlicher Versuch, angesichts fehlender Fakten die umstrittenen Steuermillionen doch noch halbwegs zu rechtfertigen. Image als Return on Investment – was für eine Rechnung, gerade in diesen Tagen! Die subventionierte Kunst wäre froh, sich für einmal auch nur halb so leicht aus der Affäre ziehen zu können wie der subventionierte Eventfussball.

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One Response to Imagegewinn – was ist das?

  1. michi says:

    ich kann diesen beitrag nur unterstützen und finde auch den scharfen blick auf all die repressiven Massnahmen gegen so genannte gewaltbereite Fans (wobei es ja in Zürich de jure genügt, sich zu nahe genug bei solchen aufzuhalten). die euro war ja so oder so eine enttäuschung.

    aber ich erinnere daran, dass selbst das knapp daneben (damals noch papierform) einst schrieb: “Knapp daneben ist für das Fussballturnier in der Schweiz und Habsburg”. ergänzt übrigens mit einer theorie, dass dann die engländer ins Land kämen und in unsere Seen pinkeln würden, weshalb sich darin bald grössere fische tummeln würden. da ist aber petric schuld, dass das nicht geklappt hat, nicht der tschäppät.

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